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Startup-Domains: Was 6.220 Y-Combinator-Startups über Domainnamen zeigen

By 15. Oktober 2026November 1st, 2026No Comments

Ratgeber zu Domainnamen widersprechen sich. Die einen verbieten den Bindestrich, die anderen empfehlen ihn. Für die einen ist .com Pflicht, für die anderen längst überholt.

Ich wollte wissen, was Gründer tatsächlich registrieren. Dafür habe ich die Domains von 6.220 Startups ausgewertet, die seit 2005 das Programm von Y Combinator durchlaufen haben, dem bekanntesten Startup-Accelerator im Silicon Valley. Dazu gehören Airbnb, Stripe, Dropbox und Reddit, aber auch Tausende Firmen, die du nicht kennst.

Y Combinator investiert in sehr junge Startups und begleitet sie in Jahrgängen, den sogenannten Batches. Inzwischen läuft das Programm viermal im Jahr (Quelle: Y Combinator). Die Jahrgänge tragen Saison und Jahr im Namen, etwa „Winter 2014“. Weil jedes Startup so einem Jahr zugeordnet ist, lässt sich gut ablesen, wie sich die Domainwahl über 20 Jahre verändert hat.

Die Ergebnisse in Kürze

  • 68 % der Startups nutzen exakt ihren Firmennamen als Domain.
  • .com fällt von 94 % (Jahrgänge 2005 bis 2012) auf 47 % (Jahrgang 2026).
  • .ai kam vor 2014 nicht vor. Im Jahrgang 2025 liegt die Endung bei 32 %, 2026 bei 27 %.
  • Seit dem Jahrgang 2022 tragen mehr Startups ihren exakten Namen auf einer anderen Endung als auf .com.
  • Der Median liegt bei 8 Zeichen vor der Endung.
  • Nur 1,8 % haben einen Bindestrich in der Domain, 1,4 % eine Zahl.
  • Von den 86 Top-Unternehmen der Jahrgänge bis 2019 sitzen 94 % auf .com, bei den übrigen Startups dieser Jahrgänge sind es 79 %.

Auf dieser Seite findest du:

.com verliert, .ai gewinnt

Anteil der Endung .com nach Jahrgang
2005 bis 201194,7 %
201291,1 %
201394,8 %
201482,6 %
201586,2 %
201679,7 %
201774,1 %
201868,6 %
201966,8 %
202059,4 %
202159,5 %
202252,4 %
202350 %
202450,3 %
202545,1 %
202647 %

Basis: 6.220 Startups von Y Combinator, Stand 10. Oktober 2026. Gelb: Jahrgang 2026, noch nicht abgeschlossen.

Bis 2013 saßen mehr als neun von zehn Startups auf .com. Seitdem geht der Anteil zurück, mit wenigen Ausreißern nach oben. 2023 waren es noch genau 50 %, 2025 dann 45 %.

If you have a US startup called X and you don’t have x.com, you should probably change your name.

Paul Graham, Change Your Name (2015)
Anteil der Endung .ai nach Jahrgang
2005 bis 20130 %
20142 %
20151,9 %
20162,7 %
20175,4 %
20184,7 %
20197,1 %
20209 %
20218,2 %
202212,8 %
202322,1 %
202425,1 %
202532,5 %
202627 %

Basis: 6.220 Startups von Y Combinator, Stand 10. Oktober 2026. Gelb: Jahrgang 2026, noch nicht abgeschlossen.

Die Lücke füllt vor allem .ai. 2019 lag die Endung bei 7 %, 2023 bei 22 %, 2025 bei 32 %. Unter den B2B-Startups der Jahrgänge 2024 bis 2026 nutzt sie jedes dritte. Was eine .ai-Domain kostet und für wen sie sich lohnt, steht in meinem Artikel zur .ai-Domain.

.io hatte den Höhepunkt 2020 mit 9 %. Im Jahrgang 2026 sind es 3,5 %. Warum .io gerade unsicher ist

Die Endung .io gehört zum Britischen Territorium im Indischen Ozean, den Chagos-Inseln. Großbritannien wollte die Inseln an Mauritius übergeben. Verschwindet das Territorium von der ISO-Länderliste, kann eine Länderendung nach den Regeln der ICANN auslaufen. Im April 2026 hat die britische Regierung die Übergabe auf Eis gelegt, weil die USA nicht zugestimmt haben (Quelle: Domain Incite, 13.04.2026). Die Endung ist also vorerst sicher, aber nicht für immer.

Zwei Gründe liegen nahe. Viele der neuen Startups bauen KI-Produkte, und die Endung sagt das gleich mit. Und kurze .com-Namen sind vergeben oder teuer. Zum zweiten Grund passt ein Muster in den Daten: Von den Namen mit höchstens 5 Zeichen liegen nur 33 % auf .com, bei Namen ab 9 Zeichen sind es 75 %.

Kurze Namen landen also deutlich öfter auf einer anderen Endung. Wer bei .com bleibt, nimmt meist einen längeren Namen in Kauf.

Kurz gesagt: Kurz und .com gibt es kaum noch zusammen. Du wählst zwischen einem kurzen Namen auf einer anderen Endung und einem längeren Namen auf .com.

Wer bei .com bleibt, nimmt meist einen längeren Namen in Kauf.

Zwei von drei Startups heißen wie ihre Domain

Airbnb sitzt auf airbnb.com, Stripe auf stripe.com, Dropbox auf dropbox.com. So halten es 68 % aller Startups im Datensatz.

Der Anteil sinkt allerdings. In den Jahrgängen 2005 bis 2012 waren es 85 %, im Jahrgang 2026 sind es 61 %. Was die anderen tun:

MusterAnteilBeispiel
Name = Domain68,0 %Stripe: stripe.com
Vorsilbe wie get, use oder try8,2 %Cruise: getcruise.com
Name geht in die Endung über5,3 %Embedly: embed.ly
Nachsilbe wie app, hq oder labs4,5 %Cognito: cognitohq.com
Kurzform oder anderer Name14,0 %Scale AI: scale.com

Die häufigsten Vorsilben sind get (143 Startups), use (91), try (82), with (36) und join (32). Bei den Nachsilben führen app (44), hq (43), ai (32) und labs (22).

Die Vorsilbe ist der Ausweg, wenn die Wunschdomain vergeben ist, und sie wird beliebter. In den Jahrgängen bis 2012 nutzten sie 1,6 % der Startups, im Jahrgang 2026 sind es 10,1 %.

Aus meiner Praxis: ato.ma

Für mein Projekt Atoma habe ich mich bewusst für einen Domain-Hack entschieden: ato.ma. Name und Endung ergeben zusammen das Wort. Wann ich einen Domain-Hack einsetze

Naming-Hacks finde ich immer dort relevant, wo die Marke dadurch so stark platziert wird, dass sie Autorität signalisiert und ausstrahlt. Atoma ist als Marke und als Gesamtkonzept so stark, dass die Entscheidung für mich eindeutig war. In der Studie gehen nur 5,3 % der Startups diesen Weg.

Die Endung wird eher geopfert als der Name

Deutlicher wird der Wandel, wenn man Name und Endung zusammen betrachtet:

JahrgängeExakter Name auf .comExakter Name auf anderer Endung
2005 bis 201281,3 %3,8 %
2013 bis 201666,0 %10,3 %
2017 bis 201946,4 %21,6 %
2020 bis 202138,9 %29,5 %
2022 bis 202330,9 %33,8 %
202430,1 %35,5 %
202524,1 %38,3 %
202625,3 %35,6 %

Wer nicht exakt auf .com sitzt, behält heute am häufigsten den Namen und wechselt die Endung. Die Vorsilbe folgt mit großem Abstand.

Tipp: Wenn du am Namen hängst und die .com vergeben ist, nimm lieber eine andere Endung als eine Vorsilbe. Im Jahrgang 2026 entscheiden sich Startups gut dreimal so oft dafür.

Aus meiner Praxis: onorbit.co

Bei Orbit war die .com bereits vergeben. Ich habe Vorsilbe und Endung kombiniert: onorbit.co. Warum „on“ und warum .co

„On“ ist ein Action Item und deutet an, was auf der Plattform passiert: Profile sind on orbit, also im Orbit, und es geht darum, ob man dabei ist. „Join“ wäre auch gegangen, „on“ fand ich aber stärker, weil Orbit so der Hauptbegriff bleibt. Und .co fühlt sich für mich gerade wie eine frischere Version der .com an. Deshalb spiele ich gern damit.

Länge: 8 Zeichen im Median

Die Hälfte aller Domains hat höchstens 8 Zeichen vor der Endung. 28 % kommen mit 6 Zeichen oder weniger aus. Nur 9 % brauchen 13 Zeichen oder mehr.

Die Branche macht einen Unterschied. Unter den fünf größten Branchen haben Fintech-Startups mit 7 Zeichen die kürzesten Namen, Gesundheit und Industrie mit 9 die längsten. Die Tabelle weiter unten zeigt die Details.

Bindestrich und Zahl: fast niemand

1,8 % der Domains enthalten einen Bindestrich, 1,4 % eine Zahl. Unter den 90 Top-Unternehmen von Y Combinator hat keines einen Bindestrich. Das sagt allerdings wenig, denn die meisten stammen aus Jahrgängen, in denen fast niemand einen nutzte.

Deutlich darüber liegen zwei Gruppen. Industrie-Startups kommen auf 5,6 %, meist nach dem Muster Name plus Fachbegriff: corvus-robotics.com, hermes-robotics.com. Und von den 74 Startups aus Deutschland haben 7 einen Bindestrich, also 9,5 %. Beispiele sind planet-a-foods.com und zeit-ai.com.

Der Anteil steigt: Bis 2014 gab es im Datensatz keinen einzigen Bindestrich, im Jahrgang 2026 sind es 3,5 %.

Top-Unternehmen sitzen fast alle auf .com

Y Combinator kennzeichnet 90 Firmen im Verzeichnis als Top-Unternehmen. 86 davon stammen aus den Jahrgängen bis 2019. Diese 86 habe ich mit den übrigen Startups derselben Jahrgänge verglichen. So verzerrt das Alter der Firmen den Vergleich weniger.

MerkmalTop-Unternehmen (86)Übrige (1.918)
Endung .com94,2 %79,2 %
Name = Domain90,7 %73,9 %
Höchstens 6 Zeichen41,9 %24,3 %

Die Daten zeigen nicht, dass eine gute Domain erfolgreich macht. Plausibler ist der umgekehrte Weg: Wer Geld einsammelt, kauft die bessere Domain nach. Der Datensatz zeigt die heutige Website, nicht die vom ersten Tag. Beispiele für solche Wechsel stehen in meiner Liste der Domain-Upgrades.

Achtung: Aus diesen Zahlen folgt nicht, dass du zum Start viel Geld für eine .com ausgeben solltest. Der Datensatz zeigt die Domain von heute, nicht die vom ersten Tag.

Fünf der 90 Top-Unternehmen liegen nicht auf .com: Lever (lever.co), Heap (heap.io), Caper (caper.ai), Groww (groww.in) und Momentus (momentus.space). Cruise und Weave stehen bis heute mit getcruise.com und getweave.com im Verzeichnis.

Branchen im Vergleich

BrancheStartups.comMedian13 Zeichen und mehrAuffällig
B2B und Software3.17254,9 %85,1 %.ai bei 20,6 %
Consumer86669,9 %87,5 %71,6 % Name = Domain
Gesundheit69870,2 %917,0 %Nachsilbe health
Fintech65862,6 %77,3 %10,5 % mit Vorsilbe
Industrie47861,9 %923,0 %5,6 % mit Bindestrich

In Industrie und Gesundheit sind die Namen am längsten, oft mit einem Fachbegriff am Ende: robotics, health. Fintech hat mit 7 Zeichen die kürzesten.

Deutsche Startups bei Y Combinator

74 Startups im Datensatz sind der Region Deutschland zugeordnet. 49 % nutzen .com, 16 % .ai, 8 % .io und nur 7 % .de. Das sind fünf Firmen, darunter voize.de und powerus.de.

Wer zu Y Combinator geht, zielt meist auf den US-Markt. Für ein Geschäft, das in Deutschland bleibt, sieht die Rechnung anders aus. Mehr dazu steht in .de oder .com?

Die Stichprobe ist klein. Lies die Zahlen als Tendenz.

Aus meiner Praxis: .io für deutsche Begriffe

Für doener.io und wahlergebnisse.io habe ich .io gewählt. So bekomme ich das deutsche Wort exakt als Domain und gebe ihm einen digitalen Touch, den eine .info nicht hat.

Meine Projekte auf .io drehen sich meist um die Digitalisierung bestehender, recht analoger Konzepte. Deshalb nehme ich .io immer dort, wo es um Digitalisierung und Code geht.

Was das für deinen Namen heißt

Diese Regeln gelten für Startups mit internationalem Markt. Für ein Geschäft in Deutschland lies .de oder .com?

  1. Nimm den exakten Namen. Zwei von drei Startups tun es, bei den Top-Unternehmen der Jahrgänge bis 2019 neun von zehn.
  2. Peil höchstens 8 Zeichen an. Länger geht, wenn der Name dafür sofort verständlich ist.
  3. Ist die .com vergeben, such zuerst einen anderen Namen. Bleibst du beim Namen, ist eine andere Endung der übliche Ausweg: Im Jahrgang 2026 tragen 36 % ihren exakten Namen auf einer anderen Endung, 10 % behelfen sich mit einer Vorsilbe.
  4. Lass Bindestrich und Zahl weg, wenn es geht. Mehr als 98 % kommen jeweils ohne aus. Bei zwei langen deutschen Wörtern kann ein Bindestrich die Lesbarkeit retten.
  5. Rechne mit einem Umzug, wenn du mit der zweitbesten Domain startest. Er kostet Aufwand und kann Rankings vorübergehend kosten.

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Methode und Grenzen

  • Quelle: das öffentliche Startup-Verzeichnis von Y Combinator, abgerufen am 10. Oktober 2026 über das Open-Source-Projekt yc-oss. 6.285 Einträge, davon 6.220 Startups der Jahrgänge 2005 bis 2026 mit eigener Website.
  • Domain: die registrierbare Domain der hinterlegten Website, also Name plus Endung. Die Länge zählt die Zeichen vor der Endung.
  • Name = Domain: Der Firmenname ohne Leerzeichen und Sonderzeichen entspricht dem Teil vor der Endung.
  • Branche, Jahrgang und Top-Status: nach den Angaben von Y Combinator.

Drei Grenzen solltest du kennen:

  • Die Daten zeigen die heutige Website. Wer seine Domain gewechselt hat, taucht mit der neuen auf.
  • Y Combinator ist US-lastig und kein Abbild aller Gründungen. Für einen Handwerksbetrieb in Leipzig gelten andere Regeln.
  • Ein Zusammenhang ist keine Ursache. Dass Top-Unternehmen auf .com sitzen, heißt nicht, dass .com sie erfolgreich gemacht hat.

Daten und Zitiervorschlag

Datensatz zum Download: startup-domains-y-combinator-2026.csv (CSV, 6.246 Startups mit Batch, Jahr, Domain, Endung, Länge, Bindestrich, Ziffer, Name gleich Domain, Branche und Status). Abruf 15. Oktober 2026, daher 26 Einträge mehr als in der Auswertung vom 10. Oktober. Frei nutzbar, ohne Anmeldung. Wenn du damit arbeitest, freue ich mich über eine Quellenangabe mit Link.

Zitiervorschlag

Zitzer, B. (2026): Startup-Domains: Auswertung von 6.220 Y-Combinator-Startups. bernard.digital. https://bernard.digital/startup-domains-studie/

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Wer hier schreibt

Ich bin Bernard Zitzer, SEO- und GEO-Berater aus Berlin. Ich bringe Marken in Google und in KI-Antworten nach vorn und arbeite dafür mit höchstens fünf Dauerkunden und einem Projektkunden gleichzeitig.

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